Der Wein-, Obst- und Gartenbauverein Hoheneck blickt auf eine fulminante Eingemeindungsfeier am Samstag, 18.07.2026, zurück
Manche Ehen beginnen mit romantischem Kerzenschein – die Ehe zwischen Hoheneck und Ludwigsburg begann 1926 eher wie ein Kriminalroman mit knapper Mehrheit. Aber Schwamm drüber: 100 Jahre später zeigt sich, dass Hoheneck nicht nur ein Prachtstück von Stadtteil ist, sondern auch meisterhaft zu feiern versteht! Am Samstag, den 18. Juli 2026, strahlte die Sonne mit den Gästen um die Wette, als das große Jubiläum stadtteilweit gebührend gefeiert wurde.
Schon ab 11 Uhr morgens, nach der Eröffnung durch die Bürgervereinigung Bad Hoheneck und den Grußworten von Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht, ging es Schlag auf Schlag. Ein vollgepacktes, buntes Bühnenprogramm – vom Kinderchor über die Burgfinken, die Kindervilla MiniMax, die KSV Singbar, das Theater s’Hohenecker Bühnle bis hin zu den Schulklassen und der Tanzgruppe DanceArt als grandiosem Finale – lockte Scharen von begeisterten Besucherinnen und Besuchern an.
Bei so viel Kurzweil bewiesen die Gäste sogar an den Verpflegungsständen stoische Gelassenheit: Die ewig langen Schlangen an der Kasse wurden mit heroischer Geduld ertragen. Selbst die jüngsten Festgäste warteten brav und friedlich auf ihre heiß geliebte Portion Pommes.
Apropos Pommes und Würste: Was das Helferteam an Grill und Fritteuse bei schweißtreibenden 30 Grad im Schatten geleistet hat, grenzt an olympische Höchstform! In gut anderthalb Stunden wurden 200 Rote und 160 Bratwürste über die Glut gejagt und sagenhafte 100 Kilogramm Kartoffelstäbchen frittiert – das entspricht rund 500 Portionen Pommes! Zusammen mit Maultaschen, Kuchen, Popcorn und kühlen Getränken war der Ansturm gigantisch. Doch keine Sorge, das Verpflegungsteam musste nicht den Hitzetod sterben: Direkt in Rückenreichweite stand der lebensrettende Kühlschrank mit dem wohlverdienten, eiskalten Helferbier...
Ein kurzer Blick in die Chronik: Die Sache mit der „Heilquellen-Brautwerbung“
Dass wir heute so unbeschwert feiern können, war 1926 gar nicht so selbstverständlich. Die „Brautwerbung“ der Ludwigsburger glich damals eher einer verdeckten Ermittlung: Als man 1906 auf Hohenecker Gemarkung die Heilquelle entdeckte, kaufte Ludwigsburg rasch das 120 Ar große Areal für schlappe 2 Mark pro Quadratmeter – angeblich nur für ein „Trinkwasserwerk“. Als die heilende Wahrheit ans Licht kam, war das Land verkauft und die Hohenecker verärgert.
Ganze 18 Jahre lang zierte sich Hoheneck und pochte auf seine Souveränität. Erst der wirtschaftliche Druck brachte Bewegung in die Sache. Doch selbst die entscheidende Abstimmung am 2. Juli 1926 war ein Drama: 163 zu 164 Stimmen gegen die Eingemeindung! Erst nachdem die Wahlkommission zwei strittige Stimmen neu auslegte, reichte es denkbar knapp mit einer einzigen Stimme Mehrheit für den Zusammenschluss zum 10. September 1926.
Heute wissen wir: Es hat sich gelohnt! Heilbad, Weinberge, Neckar und eine starke Gemeinschaft machen Hoheneck zu dem Kleinod, das es ist.
Ein riesiges Dankeschön! Ein herzlicher Dank gilt der Bürgervereinigung und allen Organisatoren, die dieses Fest zwei Jahre lang akribisch vorbereitet haben – sowie natürlich all unseren phänomenalen Helferinnen und Helfern, die bei hochsommerlichen Temperaturen Höchstleistungen vollbracht haben!
Bilder von der Eingemeindungsfeier am Samstag, 18.07.2026:
